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Banane

30. Juli 2009

Banane ist ja auch eines der Nahrungsmittel, das fast alle Kinder gleich zu Anfang der Beikost bekommen. Also auch hier. Und zunächst dachte ich ja auch, die Form wäre gut geeignet zum Halten.

Nunja – die Form schon. Die Konsistenz offenbar weniger. Der Knirps hat wohl einen kräftigen Händedruck und hat seine Banane einfach Stück für Stück in der Faust zerquetscht. Immer wieder das übrige Stück aufgenommen, kräftig gepackt und… zwischen den Fingern herausgepresst. Am Ende war die Unterlage auf dem Tisch einfach voll von kleingequetschten Bananenmatschstücken. Und was macht der Knirps da? Er panscht kräftig im Bananenbrei und leckt sich anschließend genüsslich die Finger ab. Und nochmal. Und nochmal.

Merke: beim nächsten Mal festere (weniger reife) Bananen kaufen. Oder nur teilweise geschält hinlegen, wobei er dann vermutlich die Schale essen will. Schwierig.

Erster Zwischenstand

28. Juli 2009

Der Knirps ist 5 Monate und 19 Tage alt.

Nun sind es ja schon ein paar Wochen, seit der Knirps zum ersten Mal etwas zu Essen nach dem „baby led weaning“-Prinzip bekam. Und es funktioniert wunderbar, muss ich sagen.

Dabei ist wichtig zu wissen, was „funktioniert“ für mich bedeutet. Es bedeutet nämlich nicht, dass der Knirps mehr als ein paar unwesentliche Brösel verzehrt. Es bedeutet auch nicht, dass sich am mindestens alle zwei Stunden Stillen irgendetwas geändert hätte. Für mich bedeutet es: er hat Spaß daran, mit Essen zu experimentieren, und er hat offensichtlich verstanden, was man mit dem Zeug machen kann. Er lernt täglich sichtbar dazu, was das Greifen und Schlucken angeht (dazu andersmal mehr). Er zeigt, was ihm schmeckt und was nicht und hat bisher auf nichts davon in irgendeiner Weise negativ reagiert, also keine Verdauungsprobleme oder Allergien. Zusammengenommen ist all das genau, was ich mir als Optimalfall gewünscht hätte. Aber selbst, wenn das nicht alles so glatt laufen würde, wäre es noch längst kein Weltuntergang. Wir hatten von Anfang an gesagt: wenn er mit der Karotte/Kartoffel nichts anfangen kann, dann lassen wir es eben erst mal sein. Und wenn er nichts isst, sondern wochenlang nur damit spielt, dann ist das auch völlig in Ordnung. Genau genommen ist also der momentane Zustand mehr, als ich hätte erwarten können – besonders in diesem Alter.

Und was isst er nun? Ich gebe zu, ich bin mit den Einzel-Nahrungsmittel-Artikeln gnadenlos hintendran. Bisher hat er probiert:

Kartoffel, Karotte, Pizzabrot, Babyzwieback, Reiswaffel, Zucchini, Gurke, Aprikose, Brokkoli, Melone, Paprika, Kohlrabi, Banane. Was habe ich vergessen?

Bis auf die Reiswaffel, die Gurke und die Aprikose hat er auch von allem etwas gegessen, wie man hin und wieder am Windelinhalt deutlich sehen kann. Mal mehr, mal weniger. Aber es geht ja wie schon erwähnt momentan überhaupt nicht darum, wie viel er wirklich isst. Ich finde spannend, dass er so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen sofort bereitwillig akzeptiert. Und dass er seine Fertigkeiten langsam verbessert.

Noch haben wir übrigens keine feste Routine, das heißt, wenn gerade ein geeignetes Obst oder Gemüse da ist, dann bekommt er etwas, sonst eben nicht. Manchmal haben wir eine extra Karotte für ihn gemacht, während wir etwas ganz anderes gegessen haben, und manchmal hat er einfach eine von unseren ohne Salz gekochten Nudeln bekommen. Irgendwann jetzt möchte ich aber damit beginnen, ihm wenigstens zu den drei Hauptmahlzeiten auch wirklich immer etwas anzubieten. Bequem ist es übrigens auch: er sitzt bei einem von uns auf dem Schoß und nuckelt an seinem Gemüse, während wir ganz entspannt unser Essen genießen können. Was will man mehr?

Salz

27. Juli 2009

Die offiziellen Empfehlungen

In Deutschland wird generell empfohlen, bei Babynahrung komplett auf Salz zu verzichten. (Dass ich auch schon 8-Monats-Menügläschen mit gar nicht so wenig Salz gesehen habe, ist wieder eine andere Sache.) Dafür werden zwei Gründe angeführt: zum einen sollen die Nieren in diesem Alter noch keine größeren Mengen Salz verarbeiten können, zum anderen will man vermeiden, Kinder schon in diesem Alter an zu salziges Essen zu gewöhnen. Leider habe ich bislang keine offizielle Richtlinie zu den Salzmengen für Deutschland gefunden, etwa beim Forschungsinstitut für Kinderernähung (FKE). Kennt jemand eine offizielle Quelle?

In England wird beispielsweise ein Grenzwert für die tägliche Salzzufuhr angegeben. Die Grenze für Babys unter einem Jahr liegt bei weniger als 1 g Salz pro Tag. Ein (nicht gehäufter) Teelöffel Salz sind etwa 10 g. Oft ist auf Verpackungen stattdessen der Natriumgehalt angegeben; 0,4 g Natrium entsprechen etwa 1 g Salz. Die Angaben sind meist für 100 g des Produkts.

Gedanken

Bei der Frage, ob eine völlig salzfreie Ernährung nun sinnvoll oder auch überhaupt machbar ist, scheiden sich vermutlich die Geister. Minimale Salzmengen sind schon von Natur aus in den meisten Nahrungsmitteln enthalten, ob es nun Milchprodukte sind oder Gemüse. Wesentlich mehr Salz findet sich in verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Speck, Wurst, Käse, Brot, Sojasauce und in vielen (Teil-)Fertiggerichten.

Natürlich muss man dabei auch bedenken, was für Mengen die Babys am Anfang zu sich nehmen (oder auch nicht). Wenn ich an einen Topf Nudelwasser eine Prise Salz gebe und das Kind dann an einer Nudel nuckelt, ist die aufgenommene Salzmenge denkbar gering. Bei einem Stück Schinken wäre sie schon wesentlich höher. Außerdem unterscheidet sich der Salzgehalt beispielsweise bei Käse stark zwischen den einzelnen Sorten. Parmesan ist wohl mit das salzigste, was man bekommt, dagegen habe ich schon Gutsdammer gesehen, der etwa zehnmal weniger Salz enthält.

Solange ein Kind noch hauptsächlich von Muttermilch oder Flaschenmilch ernährt wird, sollte man daran denken, dass auch diese Milch einiges an Salz enthält. Andererseits nimmt die Salzmenge, die ein Kind „vertragen“ kann, mit steigendem Alter auch langsam zu. Und dass eine komplett salzfreie Ernährung ebenfalls ungesund ist, lässt sich wohl auch zeigen.

Allerdings halte ich es durchaus für richtig, den Salzkonsum in der Familie ein Stück weit zu überdenken. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Gewöhnung beim Thema Salz eine große Rolle spielt. Was für den einen schon völlig versalzen ist, schmeckt dem anderen gerade richtig. Besonders, wenn man schon aus Gewohnheit den Salzstreuer auf dem Tisch stehen hat, sollte man sorgfältig prüfen, was man dem Kind anbietet. Ich weiß beispielsweise von einem tragischen Fall aus Großbrittanien, wo ein 3 Monate altes Kind starb, nachdem es normal gesalzene (oder doch übersalzene?) und pürierte Erwachsenenkost gefüttert bekommen hatte. Die Gefahr liegt wohl hauptsächlich darin, dass kaum jemand seine täglich verzehrten Salzmengen wirklich korrekt einschätzen kann und in eigentlich jedem gekauften Produkt beachtliche Salzportionen enthalten sind. Vielleicht rechne ich das für einen normalen Tag bei ganz viel Langeweile mal zusammen.

Wer experimentieren möchte, kann ja einfach mal bei dem ein oder anderen Gericht das Salz weglassen oder reduzieren. Völlig salzfrei sind die Mahlzeiten ja dann trotzdem nicht. Wenn ein Gericht mit Käse überbacken wird, oder Speck dazu angebraten wird, braucht man oft überhaupt kein reines Salz mehr hinzuzufügen. Je mehr Gewürze und Kräuter man übrigens beim Kochen benutzt, desto weniger Salz braucht man für den guten Geschmack – probiert doch einfach mal, Kräutersalz zu verwenden oder frische Kräuter an ein Gericht zu schneiden.

Unser Weg

Wir für uns haben beschlossen, Salz nicht komplett hysterisch zu meiden, aber ein Stück weit vorsichtig zu sein – was bedeutet, dass der Knirps zumindest nicht automatisch alles so gesalzen bekommt, wie wir es essen würden. Noch ist er ja nicht einmal sechs Monate alt, und bisher haben wir sein Gemüse oder seine Nudeln beispielsweise überhaupt nicht gesalzen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich selbst ein „Wenigsalzer“ bin und gedünstetes Gemüse oder Kartoffeln normalerweise auch für mich überhaupt nicht salze. Ein Stück weit kommt unsere Entscheidung daher auch aus der Erfahrung heraus, dass mein Mann vor unserer gemeinsamen Zeit wesentlich salziger gegessen hatte und wir uns jetzt stark angenähert haben, seit wir gemeinsam kochen (will heißen: er braucht wesentlich weniger Salz, damit es schmeckt, ich salze minimal mehr als früher). Mit der Zeit wird der Knirps dann sowieso auch Lebensmittel wie Käse und Brot bekommen, bei denen wir zwar gerade anfangs etwas auf den angegebenen Salzgehalt achten werden und eher salzarme Sorten wählen wollen, aber sonst kein größeres Drumrum veranstalten werden. Schließlich wird er nicht gleich 100 Gramm Käse pur verzehren. Und wenn wir unterwegs sind, dann bekommt der Knirps auch jetzt schon von den in Salzwasser gekochten Nudeln bei Freunden und wird auch in Zukunft beim auswärts essen alles bekommen. Was da an mehr Salz verzehrt wird, lässt sich dann leicht durch salzärmere Ernährung zuhause wieder ausgleichen. Außer vielleicht die Pommes, an denen die Salzkörner rundum kleben. Aber das muss ja auch nicht sein…

Brokkoli

25. Juli 2009

Brokkoli ist eigentlich das ideale Gemüse für diesen Ansatz: halbwegs verdaulich, kann schön weich gedünstet werden, milder Geschmack und vor allem ist der Haltegriff schon eingebaut. So kann man einfach einen relativ langen Stiel an den Brokkoliröschen belassen, der ideal zum Festhalten für die kleine Babyfaust ist.

Wie fast alles Gemüse kann man Brokkoli wunderbar dünsten, in unserem Fall wieder in der Mikrowelle. Wir hatten übrigens aus ganz praktischen Gründen keinen frischen Brokkoli, sondern tiefgekühlten aus der Tüte. Vorteil: man kann auch kleine Portionen schnell mal warm machen. Nachteil: wenn man den ganzen „Kopf“ hat, kann man deutlich längere Haltestiele dranlassen. Aber es hat gereicht.

Und tatsächlich hatte der Knirps recht schnell heraus, wie er den Brokkoli am besten halten kann. Er hat die Stücke ein paar mal in den Händen hin und her gedreht und dann mit viel Freude angefangen, davon zu essen. Am Ende hatte er von zwei Brokkolistücken die Köpfe mehr oder weniger verzehrt und war sichtbar enttäuscht, dass wir nicht mehr davon für ihn abgezweigt hatten. Besonders praktisch finde ich übrigens, dass der dicke Stiel automatisch etwas fester ist als die feinen Spitzen.

Gurke

25. Juli 2009

Die Gurke war wieder eher ein ungeplanter Versuch. Bei uns gab es Gurkensalat, er war schon beim Zuschauen ganz aufgedreht, also habe ich einfach einen Gurkenstick geschnitten und die Kerne entfernt. Damit hat er sich zwar ziemlich lang beschäftigt, aber wie erwartet hat er aus der rohen Gurke kein Stück herausbekommen. Da ist ja auch nichts, was man mit der Zunge zerdrücken könnte. Vielleicht war es ihm aber auch genug, den Saft heraus zu saugen.

Ich habe allerdings auch keine Idee, wie ich ihm die Gurke (die ja offensichtlich schon schmeckt) besser servieren könnte. Als dünne Scheibe? Oder gedünstet, wobei ich mir das nicht besonders lecker vorstelle? Sonst muss er eben weiter Gurkenwasser nuckeln und erst dann Gurke essen, wenn er noch ein paar Zähne mehr hat.

Reiswaffeln

24. Juli 2009

Wer einmal eine Krabbelgruppe oder einen Spielplatz besucht, der weiß: das Kind von heute isst Reiswaffeln, also diese runden weißen Dinger aus gepufftem Reis. Deshalb gibt es beispielsweise bei meinem Lieblingsdrogeriemarkt dm eine Variante extra für die ganz Kleinen. Einzige Zutat: Vollkornreis. Kein Salz, kein Zucker, glutenfrei, keine sonstigen Inhaltsstoffe, und außerdem im praktischen Miniformat. (Für uns gar nicht so praktisch, aber dazu später.)

Also habe ich mir eine Tüte dieser kleinen Scheiben angeschafft. Viele BLWler finden sie übrigens sehr praktisch als Brotersatz, mit einem selbstgemachten Gemüseaufstrich oder etwas Bananenmatsch bestrichen zum Beispiel. Für mich klang das gut.

Der Knirps hat die erste Waffel auch gleich geschnappt und daran herumgeknabbert. Hier wurde jetzt der Nachteil der Miniwaffeln deutlich: sobald er ein kleines Stück abgebrochen oder abgebissen hatte, verschwand die Reiswaffel vollständig in seiner kleinen Faust. Solange die Kinder also noch nicht besser mit ihren einzelnen Fingern umgehen können, würde ich beim nächsten Mal die große Variante wählen. (Auch die gibt es salzfrei bei dm.)

Hier wird das allerdings vorerst nicht nötig sein. Denn der Knirps hat zwar eine Weile daran herumgeknabbert, einige Stücke wahrscheinlich auch geschluckt, dann aber die Waffel gelangweilt fallen gelassen. Und auch nicht wieder in die Hand genommen. Seit diesem Tag nimmt er keine Reiswaffel an, weder hingehaltene noch vor ihn hingelegte. Offenbar kann er sich sehr gut daran erinnern und war wohl nicht besonders überzeugt von dem Geschmack. Ich sage da nur: ganz die Mama, die schmecken nämlich nach Pappe und sonst nichts. Und werde es vielleicht in ein paar Wochen nochmal probieren.

Zucchini

22. Juli 2009

Zucchini gibt es derzeit ja an jeder Ecke im Überfluss. Also haben wir von unserer Gemüsepfanne einen Teil abgezweigt und zwei Streifen für den Knirps zurechtgeschnitzt. Ich hatte die Kerne in der Mitte entfernt und die Streifen dann in der Mikrowelle gedünstet – allerdings wohl zu lange, denn sie ließen sich anschließend ganz schön hängen. Der Knirps konnte sie deshalb nicht wirklich gut halten, hat ein paar mal versucht, daran zu knabbern und hat es dann aufgegeben.

Beim zweiten Versuch habe ich deshalb die Zucchini (langes Stück, längs geviertelt) in ganz wenig Öl in der Pfanne gebraten. Gerade so, dass sie innen schön weich ist, aber fest genug zum halten. Diesmal fand der Knirps das ganze wohl deutlich besser und hat auch tatsächlich ein Stück davon gegessen. Auf jeden Fall hat er sich auch das gesamte Abendessen über damit beschäftigt. Nicht so begeistert wie bei Karotte und Melone, aber auch nicht abgeneigt. Bleibt also auf dem Speiseplan.